Die Vorgeschichte: Lk 1,5-2,52

Lk 1,5-38 Ankündigung der Geburt des Täufers und Jesu

Der Erzähltext des Lukasevangeliums beginnt mit der Schilderung der Familie, aus der Johannes der Täufer stammt (1,5-25). Es ist eine priesterliche Familie, deren Leben von höchster Frömmigkeit geprägt ist. Zacharias versieht in regelmäßigen Abständen den Dienst am Jerusalemer Tempel und Elisabeth ist eine Tochter Aarons, d.h. sie stammt aus einer priesterlichen Familie, auf der der Segen Gottes ruhen sollte. Umso unverständlicher ist ihre Unfruchtbarkeit. Zacharias erfährt im Tempelgebäude durch den Erzengel Gabriel von der bevorstehenden Geburt und von der Bedeutung des Kindes für Israel. Da er misstrauisch bleibt, wird er mit Stummheit bestraft. Auch Maria erfährt von ihrer Schwangerschaft durch Gabriel (1,26-38). In Nazareth erscheint ihr der Erzengel und grüßt sie (1,28): „Sei gegrüßt, Du Begnadete!“ Die biblischen Vorbilder für diese Erzählungen von unverhofften Schwangerschaften als Zeichen der Zuwendung Gottes finden sich in Ri 13 (Simson) und 1. Sam 1 (Hanna, Samuel).

Lk 1,39-56 Begegnung zwischen Maria und Elisabeth

Maria geht in das judäische Bergdorf, in dem Zacharias und Elisabeth leben. Ihre Begegnung ist von Freude erfüllt, Lk 1,44 (L): „Denn siehe, als ich die Stimme deines Grußes hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib.“ Maria bringt ihre Freude in die Gestalt eines Lobgesanges, „Lobpreis Gottes“, der nach dem Vorbild der alttestamentlichen Psalmen die Taten Gottes rühmt: Der Gott Israels nimmt sich der Niedrigen an und weist die Hochmütigen zurück. Er tritt für die Armen ein und lässt die Reichen unbeachtet. Schließlich Lk 1,52 (L): „Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen.“ Die beiden Frauen sehen, dass ihre Schwangerschaften Bestandteil dieses Handelns Gottes sind. Der Lobgesang der Maria beginnt mit den Worten (1,46): „Meine Seele erhebt den Herrn.“ Der lateinische Text lautet „Magnificat anima mea Dominum“ Der Text ist deswegen als „Magnificat“ bekannt.

Lk 1,57-80 Geburt und Begrüßung Johannes des Täufers

Die Geburt des Johannes wird in dem judäischen Bergdorf mit großer Aufmerksamkeit beobachtet. Die Namensgebung verwundert. Elisabeth möchte ihn Johannes nennen, obwohl der Name in ihrer Familie keine Tradition hat. Der stumme Zacharias schreibt auf eine Tafel: „Er soll Johannes heißen.“ Nun kann er wieder sprechen und auch er formuliert ein Loblied, den Lobgesang des Zacharias. Er beginnt mit den Worten: „Gelobt sei der Herr, der Gott Israels!“ Im Lateinischen lautet der Eingang: Benedictus Dominus Deus Israel. Deswegen wird der Lobgesang des Zacharias einfach „Benedictus“ genannt.

Lk 2,1-40 Geburt und Begrüßung Jesu, des Messias: Die Geburt des Täufers geschieht in der Mitte Israels. Die Geburt Jesu hingegen wird in die große Weltgeschichte eingeordnet: „Ein Gebot von dem Kaiser Augustus“ bringt die Familie Jesu dazu, vom Rand Israels, von Nazareth in Galiläa, in das Zentrum Israels nach Bethlehem, der „Stadt Davids“, zu ziehen. Dort wird Jesus geboren. Es sind Hirten, die sich um das Kind versammeln. Auch sie „priesen und lobten Gott“. Nun begeben sich Josef und Maria mit dem Kind nach Jerusalem, um im Tempel die Reinigungsvorschriften nach der Geburt zu erfüllen. Dort erregt das Kind Aufmerksamkeit bei den Frommen Israels: der Prophetin Hanna und dem frommen Simeon, dem gesagt war, er werde „den Tod nicht sehen, er habe denn zuvor den Christus des Herrn gesehen“ (2,26). Simeon erkennt in dem Kind den Messias und kann getröstet sterben. Er lobt Gott, Lk 2,29 (L): „Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren.“ Im Lateinischen heißt das: „Nunc dimittis servum tuum, Domine“. Der Lobgesang des Simeon ist deswegen bekannt unter der Bezeichnung „Nunc dimittis“.

Lk 2,41-52 Der zwölfjährige Jesus im Tempel: Die Vorgeschichte des Lukasevangeliums schließt mit der Erzählung vom zwölfjährigen Jesus im Tempel. Die fromme Familie zieht wie üblich zum Passah nach Jerusalem. Auf dem Heimweg fehlt Jesus. Die Eltern kehren zurück und sehen, wie er im Tempel mit den dort versammelten Gelehrten Israels spricht und diese zu beeindrucken weiß. Auf die Vorhaltungen der Eltern antwortet Jesus, Lk 2,49 (L): „Wisst ihr nicht, dass ich sein muss in dem, was meines Vaters ist?“

Poetische Texte in der lukanischen Vorgeschichte

  • Magnificat, Lobgesang der Maria, Lk 1,46-54
  • Benedictus, Lobgesang des Zacharias, Lk 1,68-79
  • Nunc dimittis, Lobgesang des Simeon, Lk 2,29-31

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